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Akualisierungen des Buches Atom und Politik drohender Atomkrieg Hintergründe

Atombomben-Manöver in der Eifel

Stell dir vor, es ist Atomkrieg … und die Deutschen gehen hin

Oder

Der subtile Umgang einer abgewählte Regierung mit dem Friedens-Nobelpreis-Komitee und der UN

In Anbetracht des von Deutschland bisher boykottierten UN-Atomwaffenverbotsvertrages (=> Link) und des gerade an ICAN verliehenen Friedensnobelpreises bedarf es schon einer gewissen Dreistigkeit, dass sich die Bundeswehr im Rahmen der völkerrechtswidrigen  „Nuklearen Teilhabe“ (Begriffs-Erklärung => Link 1, Hintergrund => Link 2) an dem aktuellen NATO-Manöver «Steadfast Noon» (= standhafter Mittag) beteiligt. Dabei üben regelmäßig einmal jährlich einige europäische NATO-Staaten mit den USA den Einsatz der in Europa, u.a. in Büchel stationierten Atomwaffen (=> Link).

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Akualisierungen des Buches Atom und Politik Terrorgefahr

Wie sicher sind die AKW in der Ukraine?

Zusammenfassung des Tagesschauberichtes vom 28.5.:

Die ukrainische Regierung hat die NATO um Beistand bezüglich Sicherheitsmaßnahme zum Schutz ihrer 15 noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke gebeten, und die NATO hat diesem Wunsch entsprochen. NATO-Generalsekretär Rasmussen bestätigte auf einer Pressekonferenz am 19. Mai, dass zivile Experten der NATO die ukrainischen Kräfte unterstützen.: „Ja, wir haben auf Bitten der Ukraine eine kleine Gruppe ziviler Experten in die Ukraine entsandt, um den Behörden zu helfen, die Sicherheit ihrer zivilen Nuklearanlagen zu verstärken.“ Schon im März hatte das Parlament in Kiew um internationale Unterstützung bei der Sicherung der ukrainischen Atomkraftwerke gebeten. In einem Brief an den Generalsekretär der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) warnte Kiew vor „illegalen bewaffneten Aktionen russischer Truppen auf dem Gebiet der Ukraine“ und den „möglichen Auswirkungen auf die Atomenergie-Infrastruktur„. Übergangspremier Arseni Jazenjuk kündigte damals den Einsatz der Armee zur Sicherung der Atomkraftwerke an.

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Termine

Ostermarsch Büchel, Ostermontag, den 25.April 2011

Mit diesem Motto knüpft der diesjährige Ostermarsch am Fliegerhorst bei Büchel , dem letzten Atomwaffenstandort in Deutschland , an die Tradition der Ostermärsche der letzten 50 Jahre an. Denn die Zeit ist reif für eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie !

Die Bomben über Hiroshima und Nagasaki mit hundert Tausenden von Toten und Verletzten,

die auch nach über 60 Jahren noch an den Verstrahlungen leiden müssen, hat die unmenschliche Zerstörungskraft dieser Technologie offenbart. Und der Tschernobyl-Reaktorunfall vor 25 Jahren hat uns endgültig die Augen geöffnet, dass auch die zivile Nutzung der Atomenergie ein unkalkulierbares Risiko bleibt. Atomenergie tötet. Nicht nur bei einem GAU, sondern an jedem einzelnen Glied der atomaren Kette. Noch bevor eine kWh Strom erzeugt wird, sterben Menschen. Denn der Uranbergbau zerstört die Gesundheit und die Lebensgrundlage ganzer Völker. Eine “moderne” Kriegsführung mit Uranmunition ist ein Verbrechen an Menschen und Umwelt, denn die Langzeitwirkungen durch abgereichertes Uran 238 sind inzwischen hinreichend bekannt, sie verseuchen mit radioaktivem Feinstaub ganze Landschaften und verursachen schwerwiegende genetische Schäden an Mensch und Tier.

Atomkraft gefährdet den Frieden !

Denn die zivile Nutzung der Atomenergie befördert u.U. auch die Entwicklung von Atomwaffen.

Das bei der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelemente entstehende Plutonium ist ein Bestandteil zum Bau von Atomwaffen, Urananreicherungsanlagen können neben Brennelementen  für AKW`s auch hochangereichertes Uran für Atombomben erzeugen. Das Wiedererstarken der Atomenergie erhöht deshalb das Risiko, dass auch die Zahl der Atomwaffenstaaten steigt und damit das Risiko eines atomar geführten Krieges. Zur Zeit legen die USA und Frankreich mit Milliarden von Steuergeldern Programme für die Entwicklung neuer Atomwaffen auf, ein Riesengeschäft für die beteiligten Firmen. Dabei sollen Bomben mit geringerer Sprengkraft entwickelt werden, damit   man diese gezielter einsetzen kann. Das heißt aber auch, dass die Schwelle für ihren Einsatz unter Umständen viel geringer sein wird. Das Risiko eines atomar geführten Krieges wird damit größer denn je ! Atomwaffen verschlingen also weiterhin Milliarden an Steuergeldern. Ressourcen, die für die Erfüllung der Grundbedürfnisse aller Menschen nötiger wären, für Nahrung, Kleidung, Bildung und Gesundheit.

Nur eine vollständige Energiewende hin zu erneuerbaren Energien  kann die Lösung sein. Eine vollständige Energiewende ist auch der Schlüssel dafür, dass unsere Erde friedlicher werden kann. Denn eine Abkehr von fossilen Energieträgern braucht keine Kriege um Gas und Öl und entlarvt solche als Relikte steinzeitlichen Denkens.

Wir fordern deshalb die Bundesregierung und unsere gewählten Volksvertreter auf, den Mehrheitswillen der Bevölkerung zu achten und die atomare Bedrohung zu ächten.

Wir fordern:

– Schnellstmögliche Stilllegung aller Atomanlagen
– Sofortiger Abzug der Atomwaffen aus Büchel und Beendigung der nuklearen Teilhabe
– Ächtung und Verbot von ABC-Waffen
– Verbot aller Exporte von Rüstungsgütern, Atomtechnologie und Atommüll
– Sofortiger Abzug aller Truppen aus Afghanistan und aus allen anderen Ländern
– Kündigung des Euratom-Vertrages

Deshalb kommt zum Ostermarsch Büchel am Ostermontag, den 25.April 2011! Beginn: 14:00 Uhr am Gewerbegebiet Büchel, bringt Trommeln, Pfeifen, viele Banner, Großpuppen und Optimismus mit!

Abschlusskundgebung gegen 15:30 in der Nähe des Haupttors am Fliegerhorst

mit: Liedermacher Jan Henin und Texten von Gisela Spix, mit Redebeiträgen zum Uranabbau in Indien und zur Klage gegen die Bundesregierung auf Abzug der Atomwaffen (Elke Koller), zum Brennpunkt Nahost (Clemens Ronnefeldt) und mehr…  Moderation und Schlusswort: Pfarrer Dr. Matthias Engelke (Internationaler Versöhnungsbund)

Veranstalter: Initiativkreis gegen Atomwaffen und Internationaler Versöhnungsbund Regionalgruppe Cochem-Zell    e-mail: dr.elke.koller@t-online.de

Unterstützer:  Agf-Trier,  Bettina Stratmann (Nusbaum) B 90/Die Grünen KV Cochem-Zell, DFG-VK RLP, Frauen wagen Frieden (Kaiserslautern) , Friedensgruppe Daun, Friedensinitiative Rhein-Hunsrück, GAAA ( Gewaltfreie Aktion Atomwaffen Abschaffen) u.a.

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Akualisierungen des Buches

Aktualisierung S. 79f neu: Deutsche Teilhabe an US-Atomwaffen

Immer noch lagern auf deutschen Hoheitsgebiet US-amerikanische Atomwaffen. Das wurde durch Veröffentlichungen der Wikileaks-Papiere im Dezember 2010 erstmalig offiziell bestätigt.[1]

Diese in Büchel (Rheinland-Pfalz) stationierten und – bei Verstoß gegen internationales[2] und deutsches Recht – unter deutscher Verfügungsgewalt („Nukleare Teilhabe“) stehenden ungefähr 20 Atombomben sind ein Anachronismus der Geschichte. Einige wenige NATO-Mitglieder (u. a. Belgien und Deutschland) akzeptieren heute noch die Stationierung atomarer Waffen auf ihrem eigenen Territorium. Die Mitgliedschaft in der NATO verpflichtet kein Land dazu, diese Stationierung zuzulassen. Griechenland stoppte die Lagerung von Atomwaffen auf griechischem Boden beispielsweise im Jahr 2001. Die NATO hat auf ihrer Jahrestagung in Lissabon im November 2010 den Abzug abgelehnt.

Die deutsche Verfügungsgewalt manifestiert sich darin, dass der Einsatz dieser Atomwaffen nur mit Zustimmung der bundesdeutschen Regierung zulässig ist. Militärisch sind die 20 Bomben mittlerweile ohne jegliche Bedeutung, moderne Raketen sind viel effizienter und treffsicherer. Daher hält sich der Verdacht, dass auf diesem Weg Deutschland im Atomkriegsfall „in die Pflicht“ genommen werden soll (und will?).  Auch üben deutsche Piloten in deutschen Kampfflugzeugen den Abwurf der Bomben. Büchel ist eine Einrichtung der Bundeswehr, nicht der US-Armee.

Die Stellungnahmen der deutschen Regierung gegen die Verbreitung von Atomwaffen sind unglaubwürdig, solange diese selbst gegen das Grundgesetz und internationales Recht verstößt. Im Zusammenhang mit den Wikileaks-Veröffentlichungen wurde offenbar, dass sich die aktuelle Regierung nicht einig ist, ob sie den Abzug fordert und damit die Gesetze einhält. So zitiert die Eifelzeitung Wikileaks: „Im Herbst 2009 kabelte die USA Botschaft, Merkels Außenberater Christoph Heusgen verzichte auf den Abzug der letzten zwanzig taktischen USA-Atomwaffen auf deutschem Boden. Dagegen hatte eine FDP Quelle zuvor verraten, dass Parteichef Westerwelle auf den Raketenabzug bestehe, während Wolfgang Schäuble die USA Atomwaffen als Schutz gegen den Iran sehe.[3] „Gute“ deutsche Tradition, auch die rotgrüne Regierung unter Schröder hatte schon 2005 das Angebot der Bush-Regierung, die Waffen bei Aufforderung der deutschen Regierung sofort abzuziehen, nicht wahrgenommen!


[1] u.a. https://www.eifelzeitung.de/?artikel=60227 bzw. https://www.sr-online.de/nachrichten/1668/1150367.html

[2] Atomwaffensperrvertrag (NVV) und Zwei-plus-vier-Vertrag

[3] https://www.eifelzeitung.de/?artikel=60227