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Wismut – ein Tarnbegriff aus der Zeit des kalten Krieges

Dieter Kaufmann aus Frankfurt am Main, 12.08.2019

Die Sowjetunion hatte sofort nach 1945 mit dem Uranabbau in Thüringen und Sachsen begonnen. Beschlusslage des ZK von 1942. Nur so konnte Stalin die Atombomben bauen. Das war das einzige Uranabbaugebiet in der gesamten Sowjetunion im Ostblock überhaupt. Die DDR war weltweit der viertgrößte Uranproduzent nach der UdSSR, USA und Kanada. Bei den 2 plus 4 Verträgen in diesem Zusammenhang war der deutsch/deutsche Vertrag der BRD/DDR im dem Vertrag wurde geregelt, dass die höheren Strahlenwerte der DDR in Ostdeutschland beibehalten werden. Diese befinden sich aber noch im Rahmen der UN-Grenzwerte.
Der deutsch/sowjetischen Vertrag von 1990 regelt unter anderem das die Sowjetunion die einzige deutsch/sowjetische Aktiengesellschaft, die jemals im ehemaligen Ostblock gegründet wurde an die BRD kostenfrei abtritt. Die BRD übernimmt die gesamten Kosten der Uransanierung der Wismut über die Länder Thüringen, Sachsen und den Süden von Sachsen-Anhalt.
Nach langem hin und her in der deutschen Diskussion zur Uransanierung der Wismut wurde die Summe umgerechnet in Euro auf etwa 7,1 Milliarden Euro festgelegt. Bis heute wurden etwas über sechs Milliarden ausgegeben. Die Wismut GmbH ist im Bundeshaushalt integriert und dem Bundesministerium für Wirtschaft zugeschlagen worden, also wieder eine Sonderrolle über die DDR hinaus in die BRD.
Der Kirchliche Umweltkreis Ronneburg dringt seit Jahren auf die Sanierung dieser Areale, die bis Ende 1962 an Kommunen zurückgegeben worden waren. Sie sind nicht vom Sanierungsauftrag der bundeseigenen Wismut GmbH erfasst, doch sehen Umweltschützer auch in ihnen eine erhebliche Gefahr für die Zukunft. Als Beispiele verwies Frank Lange vom Umweltkreis etwa auf die Fuchsbachaue bei Seelingstädt und eine radiologische Mehrbelastung in Dittrichshütte im Schiefergebirge.
„Wir haben das meiste an Sanierungsaufgaben hinter uns“, erläuterte der Geschäftsführer der Wismut GmbH, Rainer Türmer. Dafür seien bisher mehr als sechs Milliarden Euro investiert worden. Dabei wurden Gruben kontrolliert geflutet, 58 Halden abgetragen oder vor Ort verwahrt, einstige Betriebsgebäude abgerissen, ein gigantischer Tagebau in Ostthüringen verfüllt und Schlammseen aus der Uranaufbereitung saniert.
Bis 2028 sollen die letzten Arbeiten der Kernsanierung abgeschlossen sein. In den Jahrzehnten danach stehen weitere Aufgaben im Bereich der Umweltüberwachung der sanierten Flächen sowie die weitere Aufbereitung von verunreinigtem Wasser an. Bis 2045 werden die Kosten nach heutiger Prognose auf mehr als acht Milliarden Euro steigen.
Also eine Sanierung mit Ewigkeitscharakter, da es auch Rückschläge gab. In einem Jahr hatte es zu viel geregnet und eine frische sanierte Fläche ging den Bach runter. Im nächsten Jahr darauf musste die Sanierung wiederholt werden.
Viele Uranbohrungen und Uranbergwerke vor 1962 wurden nicht saniert. Durch die Bohrungen ist das Uran mobil geworden. Eine Reihe von Abraumhalden und Bergwerke ist noch nicht saniert.

Mit Daten aus der Thüringer Zeitung, dpa, 26.06.2016

Atommüllreport Hintergrund
https://www.atommuellreport.de/daten/wismut-thueringen.html
https://www.atommuellreport.de/daten/wismut-sachsen.html

Kontakt: Kirchlicher Umweltkreis Ronneburg, war schon in der DDR aktiv
https://www.kirchengemeinde-ronneburg.de/kirchlicher-umweltkreis/kontakt/

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