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Belgien plant ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll

Als Standort für das geplante Endlager sind Gebiete in der Nähe der luxemburgischen Grenze im Gespräch. Dies wäre neben dem französischen Endlagerprojekt Bure, 168 km Luftlinie von Trier entfernt, bereits das zweite geplante Atom-Endlager in der Großregion. Bislang wurde angenommen, die belgischen Abfälle wäre für Bure eingeplant.Atommüll in tiefere Erdschichten zu verbringen bedeutet, neue und zusätzliche Probleme und Gefahren zu erzeugen, darunter Grundwasserverseuchung, Explosionen und Nichtrückholbarkeit bei undichten Behältern. Zudem verhindert es andere Nutzungen wie Erdwärme. Und: es suggeriert eine Scheinlösung des unlösbaren Entsorgungsproblems und dient damit dem Weiterbetrieb von Atomanlagen.”

Luxemburg hatte frühzeitig auf die Pläne für ein neues Endlager aufmerksam macht. Elisabeth Quaré vom Verein MAUS e.V. Trier (Messen für aktiven Umweltschutz): “Ob Gorleben (D), Bure (F) oder ein noch unbekannter Standort zwischen Namur, Dinant und Stavelot in Belgien: Wir sagen Nein, erst müssen alle Atomanlagen stillgelegt werden, und das sind allein in Belgien noch sieben Reaktoren.”

Markus Pflüger vom AntiAtomNetz Trier ergänzt: “Die Stilllegung aller atomaren Anlagen ist die Voraussetzung dafür, dass ein Überblick über den Umfang des strahlenden Erbes möglich wird. Erst dann kann in einem ergebnisoffenen und demokratischen Beteiligungsprozess mit der Bevölkerung in Ruhe ein Ort überlegt werden, an dem ein wahrscheinlich nur weiter zugängliches Dauerprovisorium für den hochgiftigen Atommüll geplant werden kann.”

Deutschland darf nach Auffassung aller Atomkraftgegner*innen die belgischen Atomkraftwerke nicht weiter mit Brennelementen aus den deutschen Uranfabriken in Gronau und Lingen beliefern (wie übrigens auch Cattenom).

Die Atomkraftgegner in Belgien bemängeln zu Recht, dass ohne eine einzige vorherige demokratische Auseinandersetzung und inmitten der Ausgangssperre wegen der Pandemie nur zwei Monate Zeit gewährt werden, um sich zu einer für viele Tausend Jahre angelegten Atomanlage äußern zu können.

Quellen:

Pressemitteilung: AntiAtomNetz Trier sagt Nein zu weiterem geplanten atomaren Endlager in der Region
TRIER, 15.05.2020.

weitere Quellen:

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