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IHK Trier: Blind gegenüber Atom-Gefahren

Vor über 250 ZuhörerInnen gab es am 20.3.2014 in Trier bei der dortigen IHK eine Veranstaltung zu dem Thema: „IHK Wirtschaftsforum in Trier – Hohe Energiepreise lähmen Unternehmen“. Angekündigt war auch EU-Energie-Kommissar Oettinger, der dann allerdings verhindert war und nur per Videobotschaft Stellung nahm.

Auslöser der Veranstaltung war laut IHK, dass sich beim Wirtschaftsforum der Industrie- und Handelskammer Trier Unternehmer über die hohen Stromkosten beklagt haben. IHK-Präsident Peter Adrian sagte, fast alle Firmen in der Region Trier sähen darin ein hohes Risiko. So wurde dargelegt, der „Strompreis bremst Optimismus: In den europäischen Nachbarländern, zum Beispiel Frankreich, ist Strom halb so teuer – viele Firmen hier sehen das als echten Standortnachteil.“

In der folgenden offenen Diskussion gab ich folgende Stellungnahme ab:Sowohl Herr Oettinger wie auch andere deutsche Politiker, u.a. Herr Ramsauer/CSU, stehen einer Fortführung der Atomenergie ja durchaus positiv gegenüber. U.a. in Großbritannien, Hinkley Point, wird sogar über den subventionierten Neubau von AKW nachgedacht. Gleichzeitig läuft in Fukushima seit über drei Jahren die größte nukleare Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Entgegen allen Aussagen ist dabei NICHTS unter Kontrolle. Nicht nur die Kernschmelze der drei Reaktorkerne läuft ungebremst weiter, niemand weiß wo und in welchem Zustand diese sich befinden.

Wenn argumentiert wird, in Cattenom sei eine derartige Katastrophe mangels entsprechend starker Erdbeben unmöglich, der täuscht sich: Die Anlagen in Fukushima waren auf ein mögliches Erdbeben der Stärke 8,5 ausgelegt, das Beben hatte dann unglücklicherweise eine Stärke von über 9,0. Cattenom ist – zumindest der Block I – nicht gegen stärkere Erdbeben ausgelegt. In der Region gab es in der Vergangenheit auch Erdbeben mit Stärken von 6,0 und höher. (Erg. Anmerkung: Cattenom ist selbst laut Betreiber nur gegen ein Beben der Stärke von 5,4 ausgelegt, Fachleute bezweifeln selbst dies. Der Abschlussbericht des EU-Stresstests aus dem Februar 2012 hat erhebliche Mängel an dem AKW Cattenom festgestellt: Sowohl die Strom- als auch die Kühlwasserversorgung des AKW Cattenom sind bei Erdbeben und Hochwasser nicht ausreichend gesichert, es fehlt eine sichere Notsteuerzentrale sowie eine ausreichende Anzahl von Notstromaggregaten.)

Und es gibt praktisch KEINERLEI umsetzbare Katastrophenschutzpläne! (Hinweis: in der Anlage befindet sich ein von mir an die Kreisverwaltung Vulkaneifel und ADD Trier eingereichter Fragenkatalog zur Umsetzung der Katastrophenschutzpläne, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass weite Teile des Kreises Vulkaneifel innerhalb der der „neu ausgeweiteten“ 100-km-Schutzzone liegen.) Wir haben keine Versorgung mit Iodtabletten, wir haben keine Evakuierungspläne, wir haben kein technisches Gerät, keine Messgeräte und keine Schutzkleidung für die Hilfskräfte …

Hier wurde ich vom Moderator, Gerhard Hohmann, SWR, mehrfach barsch unterbrochen mit dem Hinweis, ich möge „zu meiner Frage kommen“ (was bei anderen, auch längeren Beiträge nicht geschah und dem ausdrücklichen Hinweis, „Statements und Fragen“ einzubringen widersprach). Ich fuhr daher fort:

Meine Damen und Herren: Sie begrüßen den niedrigen französischen Strompreis. Sind Sie sich darüber im Klaren, WER diesen niedrigen Preis subventioniert? Das sind Sie, meine Damen und Herren, Sie, die Unternehmen, deren Produktionsstätten nach eine Katastrophe in Cattenom nicht mehr nutzbar sein werden, das sind die Hauseigentümer, deren Immobilien unbewohnbar sein werden. Und zwar im gesamten deutschen Moseltal und rheinabwärts ab Koblenz, denn Cattenom liegt leider nicht am Pazifik, wohin auch heute noch das extrem stark radioaktiv belastete Wasser der Reaktoren läuft. Cattenom liegt leider an der Mosel! Und auch 70% der im Katastrophenfall über die Luft freigesetzte Radioaktivität wird nicht aufs Meer hinausgeweht wie in Fukushima, hier werden 100% in Deutschland angekommen!

(starker Beifall)

Weitere Links dazu:

SWR, Trierischer Volksfreund und eine Bundestags-Anfrage der LINKEN zu Cattenom

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