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Atomforschung in Deutschland

19.04.2014

Atomforschung in Karlsruhe

KIT-Nord: Wird das Gebot der ausschließlich friedlichen Forschung umgangen?

Wie Medienberichten zu entnehmen ist, planen mehrere Staaten, darunter Frankreich und Großbritannien, aktiv die Erneuerung  ihrer Atom-U-Boot-Flotten oder den Bau „Kleiner Modularer Reaktoren“ (SMR). Singapur hat vor wenigen Monaten die ersten zwei U-Boote mit Wasserstoff-Antrieb und hochleistungsfähigen Akkus bei der deutschen Thyssen-Krupp-Werft TKMS bestellt. [1]
Die Energiewerke Nord (EWN), das Institut für Transurane (ITU), der französische Atomkonzern AREVA und einige Institute des KIT forschen an bestimmten Technologien, die immer auch zu anderen Zwecken benutzt werden können. Bei manchen Bereichen ist der militärische Zusammenhang offensichtlich, obwohl für das KIT-Nord die Zivilklausel gilt.

 

Das IKET

Am KIT fanden im Januar 2014 unter Beteiligung des Instituts für Kern- und Energietechnik (IKET) Vorträge zu Atom-U-Boot- und SMR-relevanten Technologien statt. SMR sind kleine modulare Atomreaktoren bis 300 MW, die derzeit in U-Booten oder als Schiffsantriebe bei Flugzeugträgern oder Eisbrechern eingesetzt werden. Angestrebt wird allerdings auch ein Einsatz in abgelegenen Gebieten ohne Stromnetz, z.B. in der Bergbauindustrie. [2]

1. Der IKET-Mitarbeiter Dr. Chen hielt am 14. Januar 2014 einen Vortrag, der sich mit der Reaktorkühlung mittels Blei-Wismut-Flüssigmetallkühlung (LBE) beschäftigt. Einsatzgebiete des LBE als Kühlmittel sind laut Chen: „Transmutation“, „Beschleunigergetriebene Systeme (ADS)“,  „schnelle Reaktoren der neuen Generation“ (= AKWs der vierten Generation) und „russische U-Boot-Reaktoren“.
Des Weiteren folgten Ausführungen zu „Naturkonvektion und theoretische Modellierung“, wobei laut Wikipedia für bereits bestehende Atom-U-Boot-Flotten folgendes gilt:
„Der Kernreaktor verursacht immer minimale Geräusche. Vor allem die Kühlmittelpumpen, die die Zirkulation des Reaktorkühlmittels aufrechterhalten, spielen hierbei eine Rolle und sind von feindlichem Sonar wahrnehmbar. Bei manchen Atom-U-Booten wie etwa der Ohio-Klasse kann die Kühlung des Reaktors bei niedrigen Lastregimen allerdings auch ohne Pumpen allein durch natürliche Konvektion sichergestellt werden.“
Das bedeutet, die harmlos und nachhaltig klingende „Naturkonvektion“ der Flüssigmetallkühlung aus  Dr. Chens Vortrag würde Atom-U-Booten eine geräuschlose Fortbewegung ermöglichen, ohne vom „Feind“ erkannt zu werden.

2. Ein Professor der KTH Schweden durfte am selben Tag am IKET über die „Kommerzielle Anwendung kleiner bleigekühlter schneller Reaktoren in der Kanadischen Arktis“ (SMRs) berichten [3].  Er selbst forscht u. a. an der IV. AKW-Generation, sprach laut Vortragsankündigung von der „Nachhaltigkeit der Atomkraft“ und der „Entwicklung von kleinen, bleigekühlten schnellen Reaktoren für die zeitnahe kommerzielle Anwendung“. Weiterhin wurden die angeblichen Vorteile für den Einsatz in der Bergbau- und Schiffsindustrie sowie in abgelegenen arktischen Ortschaften hervorgehoben. (Häufig besteht allerdings deren Bevölkerung zum größten Teil aus indigenen Inuit-Gemeinschaften, die wie andere Indigene in betroffenen Ländern kaum über atomare Risiken informiert werden.)

Forschungsgebiete des IKET
Am Institut für Kern- und Energietechnik (IKET) existieren u.a. folgende  Forschungsgebiete:
– Flüssigmetalltechnologien (Flüssigmetalllabor KALLA): Flüssigmetallkühlung kann eingesetzt werden zur Kühlung von Atomreaktoren (auch IV. Generation und Trans-mutation), sowie in der Solarthermie (dazu finden sich am IKET aber kaum Aktivitäten)
– Wasserstoffverteilungs- und Verbrennungsanalysen (Wasserstofftechnikum)
–  Atom-Kraftwerkskonzepte der IV. Generation
– Fortgeschrittene Reaktorsysteme und Strategien zur Transmutation
– Numerische Simulationen zu Wasserstoff- und Reaktortechnik
Des Weiteren existiert die an das IKET angegliederte und erst Mitte 2013 verlängerte Kooperation mit der AREVA – Nuklearschule ANPS. [4]
Ein großer Teil der Schulungsinhalte kann auch relevant für Atom-U-Boote sein: Numerische Simulationen, Materialforschung, Reaktor- und Brennelemente-Entwicklung, Thermohydraulik, energetische Optimierung  und Wasserstoffverhalten [18] .
Elektromobilität wird immer nur mit Elektroautos assoziiert. U-Boote haben allerdings auch sehr große und leistungsstarke Akkus an Bord, für die fortschrittliche Elektroantriebe benötigt werden. Dies gilt für mit Diesel, Wasserstoff-Brennstoffzellen (wie sie die deutsche Klasse 212 A einbaut) oder atomar angetriebene U-Boote.

 

Rolls Royce, Atom-U-Boote, Daimler und das KIT

Es ist vergleichsweise wenig bekannt, dass Rolls Royce auch in der Energieerzeugung aktiv ist und über einen Unternehmensbereich verfügt, der Nukleartechnik entwickelt – z. B. für den Antrieb von Atom-U-Booten. Nach eigenen Angaben ist Rolls Royce Weltmarktführer in nuklearen U-Boot-Systemen [5]. Auf dem militärischen Markt ist Rolls Royce der zweitgrößte Hersteller von Triebwerken weltweit und der größte in Europa. Hergestellt werden u.a. Fahrzeug- und Panzertriebwerke, Luftfahrttriebwerke für zivile und militärische Flächenflugzeuge und Hubschrauber, technische Ausrüstungen für Schiffe, sowie verschiedene, teils militärisch genutzte Schiffsantriebe [wikipedia], [6].

Im Juni 2012 vergab das britische Verteidigungsministerium einen Rüstungsauftrag in Milliardenhöhe an Rolls Royce. Das Unternehmen hat bisher die nuklearen VPR2-U-Boot-Reaktoren für die Vanguard-Klasse hergestellt und soll nun Reaktorkerne für die neue britische nuklear angetriebene U-Boot-Flotte liefern, die auch mit Atomraketen bestückt werden kann.
In diesem Zusammenhang ist auch von Interesse, dass der Daimler-Konzern erst vor wenigen Wochen seine Anteile an Rolls Royce verkauft hat. Daimler-Chef Zetsche sitzt seit Jahren im Aufsichtsrat des KIT und müsste daher wissen, ob (Atom-)U-Boot-relevante Technologie-Kooperationen zwischen Rolls Royce und KIT bestanden oder bestehen.

Aus den oben genannten Vortragenden und Themen ergeben sich auch unter Berücksichtigung der am IKET vorhandenen Forschungsgebiete und AREVA-Kooperationen eine Reihe naheliegender Fragen: (Der frühere Abteilungsleiter des IKET und nunmehr zuständige Bereichsleiter Dr. Knebel ist auch Sprecher des Querschnittsthemas Elektromobilität am KIT. Er ist darüber hinaus für über 30 weitere KIT-Institute zuständig.)

1. Existieren am KIT bereits U-Boot- oder SMR-relevante Forschungsprojekte oder Firmen-Kooperationen, bzw. sind solche auf den folgenden Gebieten geplant (auch „Dual Use“)?
a) Elektromobilität: Batteriespeicher, Antriebstechnik
b) Wasserstofftechnologie: Antriebstechnik, Lagerung, Explosionsprävention bei kompakten,
kleinen Reaktoren
c) Reaktortechnik, Flüssigmetallkühlung
d) Numerische Simulationen
e) Materialwissenschaften
2. Existieren Lizenzen, Patente oder Firmen-Ausgründungen des KIT, die für atom- oder wasserstoff-angetriebene U-Boote entsprechende Technologien zum Inhalt haben (auch im Hinblick auf „Dual Use“) oder sind solche geplant (zusätzlich zur unten beschriebenen numerischen GASFLOW- Simulation, die anscheinend auch dafür Verwendung finden kann)?

 

In diesen Kontext passen auch die folgenden Medienberichte, die die Dringlichkeit der Thematik verdeutlichen:

1. Die geplante Lieferung von deutschen U-Booten an das totalitäre Regime in Saudi Arabien wurde bedingt durch den deutschen Regierungswechsel noch nicht endgültig entschieden. [7]
2. Israel hat sechs U-Boote von der HDW in Kiel gekauft, die ebenfalls zu Thyssen-Krupp gehört. Das Geschäft ist umstritten, weil gemutmaßt wird, Israel könnte die Boote nachträglich mit Atomwaffen bestücken. [8]
3. In Stralsund findet seit Monaten um den Verkauf einer Werft ein Tauziehen hinter den Kulissen statt. Es geht um die Frage, ob in Zukunft dort Windräder hergestellt werden, oder ob ein russischer Investor zum Zuge kommt. [9]  Damit wäre im Prinzip  auch der Bau von U-Booten auf deutschem Territorium unter russischen Eignern möglich.
4. In Frankreich ist als Ersatz für die Atom-U-Boot-Klasse SSN die Barracuda-Klasse geplant, die zwischen 2016 und 2026 sechs Einheiten erhalten soll. …

 

Thorium und Proliferation

Die internationale Riege der Thorium-Wissenschaftler  gab sich im Oktober 2013 am CERN ein Stelldichein zur „Thorium Energy Conference 2013“, darunter AREVA, Indien, die Türkei und Venezuela. [10]  Hier wäre in vorderster Linie zu nennen Carlo Rubbia, der den Eröffnungsvortrag hielt und als „Erfinder des Thorium-Reaktors“ gilt. Im Mai letzten Jahres war er im Rahmen der französischen Woche zu Gast am KIT und besuchte KIT-medial hofiert u.a. auch das Flüssigmetalllabor KALLA.

Thorium kann in praktisch allen Reaktorsystemen als Brennstoff eingesetzt werden, besonders gut eignen sich jedoch Hoch-Temperatur-Reaktoren (HTR, VHTR), die passenderweise auch AREVA mit im Portfolio hat [12]. Ein „Verkaufsargument“ der Atomwirtschaft für diese Reaktorbauart ist neben der Stromerzeugung die Erzeugung von Wasserstoff.
Darüberhinaus kann beim Thorium-Kreislauf das waffenfähige Uran 233 chemisch abgetrennt werden [13], was auch hier den Dual-Use-Charakter verdeutlicht.
Der Einsatz von Thorium ist im Prinzip auch in Leichtwasserreaktoren machbar, allerdings müssten dann wesentliche Änderungen an den Brennelementen vorgenommen werden.
AREVA betreibt in Lingen eine Brennelementefabrik und forscht wie das Europäische Institut für Transurane (ITU) am KIT-Campus Nord an Brennelementen für die IV. Generation von AKW.
Das ITU hat von der Landesregierung Baden-Württemberg eine Umgangsgenehmigung über    550 kg Thorium erhalten, (darüberhinaus für 80 kg Plutonium sowie über mehr als 1600 kg Uran, davon 50 kg waffenfähiges Uran 233) [14].  Für die Arbeit als „Atomdetektive“ würden jeweils wenige Gramm ausreichen – wofür werden dann diese großen Mengen an radioaktivem Material gebraucht? Sie entwickeln ´Brennstäbchen´ für neue Reaktortypen.

 

Atomlobbyismus und Russland

Die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen [Drucksache 18 / 668] ergab  die derzeitige Mitgliedschaft des KIT in gleich fünf Atomlobby-Vereinigungen:
– Kerntechnische Gesellschaft e.V.
– Deutsches Atomforum (DAtF)
– VGB Power Tech e.V.
– Nugenia-Nuclear Generation II und III Association (seit 2012)
– European Nuclear Education Network (ENEN, seit 2013)

Dr. Knebel war bei den beiden ersten Vereinigungen in leitender Position tätig, darüberhinaus war er bis 2011 Vizepräsident der Europäischen Kerntechnischen Gesellschaft e.V. (KTG).
Knebel war Abteilungsleiter des IKET, unter seiner Zuständigkeit forscht heute Concetta Facio an der IV. Generation von Atomkraftwerken sowie an der Transmutation. Darüberhinaus war Knebel an der Vertragsverlängerung zwischen der AREVA-Nuklear-Schule und dem KIT beteiligt, [4] und ist außerdem Sprecher der Fukushima-Arbeitsgruppe.
Russland hat laut Süddeutscher Zeitung 70 Mrd. in seinem Militärhaushalt eingeplant, noch in diesem Jahr soll die Marine mehr als 40 Schiffe und U-Boote erhalten, zusätzlich sei die Erneuerung der strategischen Nuklearstreitkräfte vorgesehen [15].  Fast alle russischen Atom-U-Boote oder atomaren Schiffsantriebe wie bei Eisbrechern beruhen auf der Thorium-Reaktortechnik.
Die russische  Atomwirtschaft ist u. a. mit Rosatom international an mehreren AKW-Bauprojekten beteiligt, in Russland selbst sind derzeit 8 Atomkraftwerke im Bau, 21 weitere sollen bis 2030 bewilligt sein.
Russland und Deutschland sind derzeit die weltweit größten Exporteure konventioneller Unterseeboote [16].
Kürzlich wurde von der St. Petersburger Universität an Knebel der Ehrentitel eines „Professor honoris causa“ verliehen: Titelhuberei im Tausch gegen atomaren und auch militärisch nutzbaren Wissenstransfer, der die Rüstungsspirale offensichtlich weiter anheizt und den u.a. die russische Export-Wirtschaft international auch in Krisengebieten zu Geld machen könnte?

 

Forschungszentrum Jülich

Prof. Allelein entwickelt am Forschungszentrum Jülich nach einem Bericht des WDR-Fernsehens  scheinbar unverdrossen und steuerfinanziert mit Geldern des Bundeswirtschaftsministeriums sowie des Forschungsministeriums den Thorium-Kugelhaufenreaktor weiter:
„Wir haben die entsprechenden Rechenprogramme und die entwickeln wir auch weiter, stellen diese Interessenten zur Verfügung. Wir haben da weltweites Interesse: Vor allem die Chinesen sind interessiert. Die bauen ja zurzeit einen solchen Kugelhaufenreaktor und die nutzen dann auch unsere Expertisen.“ [17]
Die sogenannte Reaktorsicherheitsforschung wird bundesweit mit über 25 Millionen Euro aus Steuermitteln gefördert und findet auch am KIT statt. (Dieses Geld würde nicht ausreichen, um die 1967 im Atlantik vesenkten 480 Fässer mit Atommüll zu bergen, die aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe stammen; die Finanzierung dafür ist völlig unklar. Die massiven Probleme aus der Vergangenheit sind bis heute nicht gelöst, aber es wird trotz Atomausstieg weiter mit immensen Summen an neuen Reaktorsystemen geforscht. )
Unter die Reaktorsicherheitsforschung fällt auch die Forschung für die IV. AKW-Generation, zu der auch Kleine Modulare Reaktoren (SMR) gehören. Jülich und das KIT gehören neben anderen zur Helmholtzgemeinschaft und beziehen beide aus diesem steuerfinanzierten Topf Forschungsgelder, die damit den Erneuerbaren Energien fehlen.
Was Allelein so deutlich formuliert und praktiziert ist dann wohl auch am KIT möglich:
Der anscheinend kaum eingeschränkte und ungenierte  Wissenstransfer in alle Welt, auch im atomaren und im Dual-Use-Bereich.

 

Erfolgreicher Technologietransfer

Ein aktueller Reader des KIT zur Hannover Messe [19] beschreibt zu Simulationsprogrammen, die die Explosionsgefahr von Wasserstoff-Luft-Gemischen berechnen:
„Für GASFLOW gibt es bereits etwa 15 Lizenznehmer weltweit. Nachfrage besteht derzeit insbesondere in Asien. Die Lizenzen wurden bisher an Unternehmen vergeben, die kerntechnische Anlagen planen, bauen, oder betreiben … Das KIT hat für die Lizenznehmer eine User Group ins Leben gerufen …“ Der nächste Schritt der Weiterentwicklung und Kommerzialisierung erfolgt dann mit Kurs 015 [20] der AREVA-Nuclear-Schule: „Im letzten Teil des Kurses werden künftige Konzepte zur Wasserstoffgewinnung in kerntechnischen Anlagen vorgestellt und seine Anwendungsmöglichkeiten als Energieträger der Zukunft diskutiert.“
Es ist nur mit militärstrategischen Denkweisen erklärbar, wenn die Wasserstofferzeugung mit  Atomkraftwerken gepriesen wird, zumal bessere Alternativen wie Windenergie oder Solarturmkraftwerke dafür mit ausgereifter Technik zur Verfügung stehen.

Was kommt als nächstes?
Es fällt auf, dass vor allem diejenigen Schlüsseltechnologien für die Energiewende am KIT stark  vertreten sind, die auch ein extrem großes militärisches Dual-Use-Potenzial haben: Elektromobilität und Wasserstofferzeugung. Am KIT sind sie zudem im Einflussbereich von Atomlobbyisten angesiedelt und dieser offensichtliche Interessenskonflikt scheint niemanden zu stören…
Beim Export von Waffen steht Deutschland weltweit nach den USA und Russland an dritter Stelle, allein im Jahr 2012 wurden von der Bundesregierung deutsche Rüstungsexporte im Wert von 4,7 Milliarden Euro genehmigt.
In Asien existieren bereits mehrere spannungsgeladene Krisenherde, die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit Russland sind mehr als besorgniserregend, auch zwischen Saudi-Arabien und einigen Nachbarstaaten besteht gefährliches Konfliktpotenzial. In diesem Kontext bedeutet die „Freiheit der Wissenschaft“ mit einem Fuß immer auch Proliferation.

Aufgrund der bundesweit einmaligen Sondersituation der Fusion von Großforschungs-Einrichtung und Universität entstehen am KIT eine ganze Reihe von unübersichtlichen Grauzonen, die problematische Kooperationen und höchst fragwürdige Synergien ermöglichen. Einige dieser Grauzonen werden offenbar gezielt und strategisch genutzt, um die Weiterentwicklung und dann Kommerzialisierung der Atomenergie in Sachen IV. Generation voranzutreiben und damit gewollt oder ungewollt auch militärisch nutzbare Dual-Use-Technologie im internationalen Rahmen zu ermöglichen.
Über Drittmittelfinanzierung wird maßgeblich Einfluss auf Themen, Fragestellungen und wissenschaftliche Erkenntnisprozesse ausgeübt, es stellt sich auch die Frage der Deutungshoheit über die Ergebnisse.
Verbunden mit dem ständigen undifferenzierten Beschwören und Einwerben von Drittmitteln, auch von höchst  umstrittenen Konzernen und der absolut intransparenten Vergabe von Verträgen, Patenten und Lizenzen auch an ebensolche entwickelt der Moloch KIT ein gefährliches und teilweise unkontrollierbares Eigenleben.
Die „Freiheit der Wissenschaft“ und die vielgepriesene „Autonomie“ des KIT zeigen so ihre höchst   zweifelhafte und gefährliche Seite: eine Wissenschaft, die unter dem Deckmantel der Sicherheitsforschung dem Dual Use in die Hände spielt und der Proliferation Vorschub leistet.

Wann setzen die Verantwortlichen endlich alle Facetten dieses trüben Puzzles zusammen? Oder ist dies stillschweigend längst geschehen?

Die Helmholtz-Gemeinschaft und das KIT wollen in der europäischen Energieforschung eine führende Rolle einnehmen, das KIT will „international anerkannte Gründerschmiede werden“. Unter den obigen Voraussetzungen kann man nur wünschen: LIEBER  NICHT

Links:

[1]  Der Spiegel, 2/2014, S.29

[2]  Kleine Modulare Reaktoren SMR:
https://www.nuklearforum.ch/de/fakten-und-wissen/faktenblaetter/reaktorsysteme-der-zukunft

[3]  Vortragsankündigung  SMRs für kanadische Arktis
www.iket.kit.edu/downloads/Wallenius_14012014.pdf

[4]  AREVA-Nuklearschule ANPS am KIT wird fortgesetzt:
https://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/e-bulletin/areva-nuclear-school-wird-fortgesetzthttps://www.nuklearforum.ch/de/aktuell/e-bulletin/areva-nuclear-school-wird-fortgesetzt

[5]   Rolls Royce
Submarine nuclear propulsion
https://www.rolls-royce.com/nuclear/submarine_nuclear_propulsion/index.jsp#
Submarine Propulsion:
https://www.rolls-royce.com/marine/about/market_sectors/submarines/submarines_propulsion/index.jsp
Submarines:
https://www.rolls-royce.com/marine/about/market_sectors/submarines/index.jsp

[6]   Conventional combatants:
https://www.rolls-royce.com/marine/about/market_sectors/naval/conventional_combatants/index.jsp

[7]  Saudi Arabien will deutsche U-Boote kaufen
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/waffenexporte-saudi-arabien-will-deutsche-u-boote-kaufen-a-931484.html

[8]  Israel: Kauf von sechs U-Booten
www.greenpeace-magazin.de  vom 15. April 2014

[9]  Werft in Stralsund: russische Investoren möglich
https://www.abendblatt.de/region/article118814317/Russische-Interessenten-fuer-P-S-Werft-in-Stralsund.html
https://www.welt.de/wirtschaft/article118668476/Neue-Hoffnung-fuer-die-P-S-Werften-Stralsund.html

[10]  Internationale Thorium – Konferenz 2013 am CERN
https://thoriumenergyconference.org

[11]  Vortrag Carlo Rubbia ThEC13 am CERN:
https://thoriumenergyconference.org//sites/default/files/pdf/A%20Future%20for%20Thorium

[12]  AREVA Firmen-Broschüre “ANTARES, The AREVA HTR-VHTR Design”
www.areva.com

[13]  Thorium als Kernbrennstoff:
https://www.nuklearforum.ch/de/fakten-und-wissen/faktenblaetter/thorium-als-kernbrennstoff

[14]  Änderungsgenehmigung ITU / UM BaWü
https://um.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m–  um/intern/dateien/Dokumente/Umwelt/Kernenergie/Genehmigungen/ITU_Aenderungsgenehmigung_Fl%C3%BCgel_M_03_12.pdf

[15]  Russische Armee: “Abgespeckt und aufgerüstet”, SZ
https://www.sueddeutsche.de/politik/russische-armee-abgespeckt-und-aufgeruestet-1.1930449
[16]  Thyssen Krupp will schwedische Werften verkaufen
https://www.n-tv.de/wirtschaft/ThyssenKrupp-will-Werften-verkaufen-article12656341.html

[17]  Forschungszentrum Jülich, Prof. Allelein, wdr-Fernsehbeitrag vom 17.03.2014
https://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/markt/sendungen/atomforschung101.html

[18]  AREVA
https://www.areva.com/EN/operations-1556/propulsion-and-research-reactors-technicatome-propulsion-reactors-and-electronic-systems.html

[19]  KIT: Wasserstoffsimulation GASFLOW – erfolgreicher Technologietransfer
aus „Research to Business“ 1/2014, KIT auf der Hannovermesse

[20]  AREVA-Nuklear-Schule, Kurs 015
www.anps.kit.edu/deutsch/235.php

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Verfasst wurde der Text von einem Atomkraftgegner aus Karlsruhe, ohne Namensnennung. Daher sind die einzelnen Punkte nicht einzeln verifizierbar. Da der Gesamtkontext jedoch stimmig erscheint, habe ich mich entschieden, ihn dennoch zu veröffentlichen. Für die Richtigkeit der Darstellung kann allerdings keie Verantortung übernommen werden.

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