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Atombombentests, Beispiel Moruora

Beispiel Moruora, eines von Frankreichs Testgebieten

Aldébaran hieß die erste, eine 28-Kilotonnen-Bombe, benannt nach einem Stern, der 150-mal so hell wie unsere Sonne strahlt. Bis 1974 folgten 45 weitere, noch viel größere Bomben. Ihre Sprengkraft war bis zu 63-mal so hoch wie die der Atombombe von Hiroshima. Ihr radioaktiver Niederschlag war noch im 6.700 Kilometer entfernten Chile zu messen. Nach diplomatischen Krisen verlegte Frankreich 1975 seine Versuche unter die Erde. Aber erst 1996, nach vielen unterirdischen Tests und unzähligen Protesten, stellte die Regierung die Versuchsreihe endgültig ein. In Papeete auf Tahiti hat der Verein „Moruroa e tatou“ („Moruroa und wir“) seinen Sitz, in dem sich ehemalige Arbeiter des französischen Atomversuchsprogramms zusammengeschlossen haben. Die von „Brot für die Welt“ unterstützte Organisation wurde erst 2001 gegründet, fünf Jahre nach dem Ende der Atomtests. Was auf Moruroa und Fangataufa passierte, war Militärgeheimnis. „Viele hatten in ihren Verträgen Schweigeklauseln unterschrieben.“ Der Zufall will, dass „Moruroa“ das Wort für „Großes Geheimnis“ ist.

2001 entstand in Frankreich der erste Zusammenschluss ehemaliger Angestellter, Arbeiter und Militärs. So entstand die Idee, auch in Tahiti einen Verein zu gründen.“ John Doom, Präsident des Ökumenischen Rats der Kirchen für den Pazifik, setzt sich seit seinem Ruhestand im Jahr 2000 für die ehemaligen Beschäftigten auf dem Atomtestgelände von Moruroa und Fangataufa ein. Er ist Koordinator des Vereins „Moruroa e tatou“. „Wir schätzen, dass jedes Jahr zehn Prozent unserer Mitglieder sterben. Sie werden im Durchschnitt 55 Jahre alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Französisch-Polynesien liegt bei 74 Jahren. Man kann sagen, dass die einstigen Arbeiter für das Atombombentest-Versuchsprogramm 15 bis 20 Jahre ihres Lebens verloren haben.“ John Doom, Koordinator der Organisation „Moruroa e tatou“ Betroffen sind mehr als 10.00 Polynesier[1]

Der Beitrag stammt aus „Global Lernen„, hier aus dem Themenheft „Atomwaffen“, dass hier als Download-pdf zur Verfügung steht. Pädagogisch sehr gut aufbereitet, aber nicht nur für Lehrer sehr interessant …


[1] https://www.friedenspaedagogik.de/content/download/6875/36784/file/gl2010_01.pdf

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