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Explosion in franz. Atomanlage Marcoule

nach ersten Recherchen ergibt sich folgendes Bild (12.9.2011, 15:30 Uhr)

Zusammenfassung

Heute erfolgte eine schwere Explosion in einer französischen Atomanlage mit 3 ehemaligen Reaktoren in der Nähe von Avignon. Dabei gab es mind.  4 Verletzte und einen Toten, offenbar alles Arbeiter der Anlage. Entgegen ersten Aussagen ist doch noch ein in Betrieb befindlicher Reaktor auf dem Gelände, der vom Militär genutzt wird. Die 3 konventionellen Reaktoren sind bereits seit längerem abgeschaltet. U.a. werden auf dem Gelände noch MOX-Elemente verarbeitet. Auch wird radioaktiver Abfall aufbereitet u.a. offenbar durch Verbrennung (zur verringerung der einzulagernden Menge). Bei diesem Prozess kam es offenbar in einem Öfen zu einer konventionellen Explosion, bei der jedoch vermutlich Radioaktivität freigesetzt wurde. Jedenfalls wurde sofort eine Sperrzone eingerichtet.

Die Arbeiter vor Ort sind in der Atomanlage eingeschlossen und bekommen keine Informationen zur aktuellen Lage, wie ein Freund eines Mitarbeiters auf „20minutes.fr“ berichtet. (Quelle Focus)

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SpON:

Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Marcoule in Frankreich hat sich eine Explosion ereignet. Nach Angaben der Behörden besteht die Gefahr, dass radioaktives Material aus der Anlage bei Avignon freigesetzt wird. Paris – Am südfranzösischen Atomkraftwerk Marcoule gab es am Montag eine Explosion. Es bestehe die Gefahr, dass radioaktives Material aus der Anlage in der Nähe von Avignon im Rhônetal entweiche, teilten die örtlichen Behörden und die Feuerwehr mit. Demnach explodierte ein Ofen in dem Kernkraftwerk. Es habe vier Verletzte gegeben, teilte die französische Atomaufsicht mit.

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Süddeutsche Zeitung:

Strahlen sind der ASN und der örtlichen Polizei zufolge nicht ausgetreten. Allerdings bestehe die Gefahr, dass radioaktives Material aus der Anlage in der Nähe von Avignon entweiche, teilten die örtlichen Behörden und die Feuerwehr mit. Demnach soll ein Ofen in dem Kernkraftwerk explodiert sein.

Es sei eine Sicherheitszone eingerichtet worden. Noch seien durch die Explosion eines Ofens aber keine gefährlichen Stoffe in die Umwelt gelangt. Die Anlage wird zum Teil von dem staatlichen Atomkonzern Areva für die Aufarbeitung abgebrannter Uran-Brennstäbe genutzt, aus denen in Öfen das Uran-Plutonium-Gemisch MOX produziert wird. Der Vorfall habe sich nach Angaben der Atomaufsichtsbehörde im Zentrum der Gesellschaft Socodei ereignet, einer Tochtergesellschaft von Electricité de France (EDF), berichtet Le Figaro.

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Die FAZ meldet einen Toten

Explosion in französischem Atomkraftwerk – ein Toter

Auf dem Gelände des südfranzösischen Atomkraftwerks Marcoule hat sich eine Explosion ereignet. Ein Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle sei explodiert, meldet sagte eine Sprecherin der Atomanlage. Ein Arbeiter kam bei der Explosion ums Leben.

Bei der Explosion eines Ofens für radioaktive Abfälle auf dem Gelände einer Atomanlage in Südfrankreich ist ein Mensch ums Leben gekommen. Ob Radioaktivität in die Umwelt gelangt sei, wisse man nicht, sagte eine Sprecherin der Atomanlage in Marcoule am Montag. „Es handelt sich um einen Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle“, sagte sie. Die Ursache war zunächst nicht bekannt.

Es bestehe die Gefahr, dass radioaktives Material aus der Anlage in der Nähe von Avignon entweiche, teilten die örtlichen Behörden und die Feuerwehr mit. Deshalb sei eine Sicherheitszone eingerichtet worden. Die Anlage wird zum Teil von dem staatlichen Atomkonzern Areva für die Aufarbeitung abgebrannter Uran-Brennstäbe genutzt, aus denen in Öfen das Uran-Plutonium-Gemisch MOX produziert wird.

s.a. Wikipedia, das tatsächlich schon aktualisiert ist!!!!!!

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Hintergrund (Erg.: Dieter Kaufmann):

Das AKW Marcoule ist ein stillgelegtes Atomkraftwerk in Frankreich. Es liegt bei den Gemeinden Chusclan und Codolet etwa 30 Kilometer nördlich von Avignon in der französischen Region Languedoc-Roussillon im Département Gard an der Rhône. Das AKW, das aus drei UNGG-Reaktoren bestand, befindet sich auf dem Areal der Nuklearanlage Marcoule, auf dem sich ebenfalls die Atomanlage Phénix befindet.
Das AKW wurde von den französischen Gesellschaften Électricité de France (EDF) und Commissariat à l’énergie atomique (CEA) betrieben.
Der erste UNGG-Reaktor hatte eine Nettoleistung von zwei Megawatt (MW) und wurde nur militärisch genutzt. Die Nettoleistung der beiden anderen UNGG-Reaktoren lag bei jeweils 38 MW. Die Bruttoleistung lag bei 43 MW.
Der erste Reaktorblock (G1) ging am 7. Januar 1956 in Betrieb und wurde am 15. Oktober 1968 stillgelegt. Es war nach dem Reaktorblock im russischen Obninsk der zweite weltweit, der in ein kommerzielles Stromnetz ein speiste. Der Reaktor produzierte jedoch auch Plutonium für Atombomben. Baubeginn für den zweiten und dritten Reaktorblock (G2 und
G3) war am 1. März 1955. Der zweite ging am 22. April 1959 in Betrieb, der dritte am 4. April 1960. Der zweite Reaktorblock wurde am 2. Februar 1980 abgeschaltet und der dritte am 20. Juni 1984.
Das Gelände wird heute von Areva mit genutzt um Mox Brennelemente herzustellen. In einem Verbrennungsofen ist Explosion erfolgt.
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weitere Details (fr. Wikipedia)

(Dank an Heide v. Schütz) Hier aus dem französischen Wikipedia noch ein paar Details:
Genaue geographische Lage: an der Rhone zwischen Montelimar und Avignon, 45 km nordöstlich von Nimes in einer Region mit Weinbau, Landwirtschaft und Tourismus.
Nutzung/Geschichte: Ursprüngliche für militärische Zwecke erbaut (Forschungen zur Atombombe). Drei Reaktoren, in den Klammern die Laufzeiten):
G1 (1956-1968)
G2: (1958-1980)
G3: 1959-1984)
Dann gibt es noch den Reaktor Celestin, in Betrieb seit 1967, zur Tritium-Herstellung zur “Landesverteidigung”. Das Militär benutzt Tritium in den Atomsprengköpfen und auch zu Kernfusionsforschung. Die kurze Halbwertzeit des Tritium erfordert einen ständigen Austausch in den gelagerten Atomwaffen.
Produktionen auf dem Gelände: außer MOX-Herstellung gibt es ein atomares Zwischenlager, ein zentrales Forschungsinstitut zur Endlagerung, militärische Atomanlagen. 
 

 

 

 

 

Karl-W. Koch 06593 989261 www.stoerfall-atomkraft.de

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